Wann haben wir den Zyklus zum Problem erklärt?
Und – sind starke Beschwerden, krampfende Schmerzen oder depressive Verstimmungen tatsächlich «einfach normal»? Aus naturheilkundlicher Sicht ist die Menstruation eine wertvolle Möglichkeit des Körpers, sich zu regulieren und zu entlasten. Sie ist somit ein willkommener Prozess. Daraus ergibt sich auch: Wenn sich die Menstruation in den Wechseljahren verabschiedet hat, dürfen die anderen Ausscheidungsorgane des Körpers umso mehr gehegt und gepflegt werden.
Die vier inneren Jahreszeiten
So wie das Jahr vier Jahreszeiten kennt, kennt auch dein Zyklus vier Phasen. Sie folgen einem klaren Rhythmus:
- Menstruation – dein innerer Winter
- Follikelphase / Proliferation – dein innerer Frühling
- Eisprungzeit – dein innerer Sommer
- Lutealphase – dein innerer Herbst
Erst wenn wir dieses Wissen und ein tieferes Verständnis für unseren Zyklus haben, können wir wieder im Rhythmus leben – und allfälligen Beschwerden auf die Spur kommen.
Du bist nicht jeden Tag gleich – und das ist gut so
Es entspricht nicht der weiblichen Realität (übrigens auch nicht der männlichen), dass wir immer gleich leistungsfähig, gleich gelassen, gleich kreativ sind. Je nach Zyklusphase sind wir in anderen Themen stärker. Beobachte dich einmal:
- Wann bist du besonders kreativ?
- Wann kommen dir die besten Ideen?
- Wann fällt es dir leicht, Dinge zu erledigen oder aufzuräumen?
- Welche Art von Bewegung tut dir je nach Phase gut?
- Und was hat dein Gewicht mit deinem Rhythmus zu tun?
Wer den eigenen Rhythmus kennt, plant das Leben nicht mehr gegen seine Hormone – sondern mit ihnen.
Mein eigener Weg – und warum ich heute darüber spreche
Ganz ehrlich: Ich wünschte mir, ich hätte mich schon als junge Frau intensiver mit meinem Zyklus auseinandergesetzt. Doch ich bin so aufgewachsen, dass es niemand merken sollte. Vor allem in der Ausbildung nicht, später im Job nicht. Immer schön gleich leistungsfähig, immer schön freundlich.
Warum gilt es eigentlich als Beleidigung, wenn man sagt: «Die hat wohl gerade ihre Tage»? Das ist nicht freundlich gemeint – das meint zickig, unausstehlich, nicht leistungsfähig.
Meine Aufklärung war mässig. Ich erinnere mich an eine engagierte Lehrerin in der sechsten Klasse, die das Thema ernst genommen hat – ihr verdanke ich viel. Meine Mutter hatte keine Worte dafür, vermutlich, weil auch sie nicht informiert wurde, und warnte mich lediglich vor «den Gefahren» von Tampons, ohne sie zu benennen. Mein Vater meinte lapidar, er bezahle mir nun die Pille. So lernte ich: Menstruation ist etwas, worüber man nicht spricht und das man besser versteckt.
Dieses Tabu darf brechen
Was der Zyklus für eine Kraftquelle sein kann – wenn er verstanden und gelebt wird – wurde uns Frauen lange verschwiegen. Studien zeigen: Je aufgeklärter eine Gesellschaft, je mehr Wissen vorhanden und je offener gesprochen wird, desto weniger PMS-Beschwerden treten auf. Das gilt für den Zyklus genauso wie für die Wechseljahre.
Ich bin überzeugt: Nur wenn wir reden, wird es normal.
Ein kleiner Praxisimpuls: Seed Cycling
Eine wunderbar einfache Möglichkeit, die verschiedenen Zyklusphasen zu unterstützen, ist das sogenannte Seed Cycling (nein, das hat nichts mit Speed-Cycling zu tun). Je nach Zyklusphase nimmst du verschiedene Samen zu dir, um deinen Körper mit den passenden Mikronährstoffen zu versorgen – Leinsamen und Kürbiskerne in der ersten Zyklushälfte, Sesam und Sonnenblumenkerne in der zweiten. Ein sanftes, alltagstaugliches Ritual.
Für wen mein Kurs «ZyklusFlow» gedacht ist
Im Kurs gebe ich dir viel praktisches Wissen, Tipps und Tricks rund um die Menstruation und deinen inneren Zyklus. Damit du das in deinen Alltag integrieren kannst, begleite ich dich zusätzlich zu den beiden Kursabenden während eines Mondmonats in einer WhatsApp-Gruppe – ein Ort, um Fragen zu stellen, vom Schwarmwissen der Gruppe zu profitieren und emotionale Unterstützung zu erhalten.
Der Kurs ist für dich, wenn:
- du deinen optimalen Rhythmus kennenlernen möchtest – auch im Zusammenhang mit Ernährung, Bewegung, Gewicht und Energie
- du Beschwerden hast, die du mit deinem Zyklus in Verbindung bringst – Schmerzen, Blähungen, Verdauungsthemen oder Stimmungsschwankungen – und naturheilkundliche Wege suchst, sie besser einzuordnen und zu begleiten
- du dein Wissen an deine Teenager-Tochter weitergeben möchtest (auch Teenager sind herzlich willkommen – auch wenn sie einfach nur zuhören möchten)
Du hast keine Menstruation mehr oder stehst kurz vor der Menopause? Dann freue ich mich, wenn du dir schon jetzt deinen Platz im Wechseljahres-Kurs im Herbst sicherst.
Bist du bereit, mehr über dich und deinen Zyklus zu erfahren?
Dann komm in den «ZyklusFlow». Ich begleite dich gerne ein Stück auf deinem Weg zurück in deinen eigenen Rhythmus.
