Soll ich meine Hormone testen lassen? Und falls Ja – wie?

Eine Hormondiagnostik kann sinnvoll sein, wenn sich Beschwerden trotz bisheriger Maßnahmen nicht gebessert haben – oder wenn du dir einfach Klarheit darüber wünschst, wo du hormonell gerade stehst.

Doch welche Testmethode ist die richtige?

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten: Blut-, Speichel- und Urintests. Jede Methode hat ihre eigenen Vor- und Nachteile.

Bluttest – die „Hormonreserve“

Bei einem Bluttest (Serum, Plasma oder Vollblut) wird in der Regel der Gesamtwert eines Hormons gemessen. Dabei wird nicht zwischen freien und gebundenen Anteilen unterschieden.

👉 Das bedeutet:
Du erhältst eine Aussage über die Hormonreserve im Körper.

Speicheltest – die aktuell verfügbaren Hormone

Im Speichel werden die freien, biologisch aktiven Hormone gemessen – also genau die, die deinem Körper aktuell zur Verfügung stehen.

Ein weiterer Vorteil:
Der Test kann ganz entspannt von zuhause aus durchgeführt werden.

Besonders sinnvoll ist der Speicheltest bei Hormonen, die zyklisch ausgeschüttet werden, wie z. B. Cortisol.

Wann welcher Test sinnvoll ist

Speicheltest eignet sich besonders für:

  • Östrogen
  • Progesteron
  • Cortisol
  • Melatonin
  • Testosteron
  • DHEA

Bluttest (Serum) ist sinnvoll bei:

  • Schilddrüsenhormonen
  • Antikörpern
  • Cholesterin
  • Insulin
  • Mikronährstoffen (Vitamine & Spurenelemente)

👉 Wichtig zu wissen:
Hormone wie Insulin, Schilddrüsenhormone oder Serotonin können nicht zuverlässig im Speichel gemessen werden.

Fazit

Die „eine richtige“ Testmethode gibt es nicht – es kommt immer darauf an, welche Fragestellung du hast und welche Hormone untersucht werden sollen.

Alles Östrogen?

Oft wird umgangssprachlich von „Östrogen“ gesprochen. Doch es gibt nicht nur ein Östrogen es gibt deren viele. Die drei wichtigsten sind: Estradiol (dieses ist meist gemeint wenn von Östrogen gesprochen wird), Estron und Estriol.

Estradiol (oder auch Östradiol) ist das Vorstufenhormon von Estriol. Es wirkt weiblich prägend, ist wichtig für den Eisprung, beeinflusst Haare, Knochen, Wassereinlagerung, Glubgerinnung, Schlaf und die Schilddrüse.

Estriol (oder auch Östriol) ist DAS Schleimhauthormon.

Estron (oder auch Östron) ist die passive Estrogen Speicherform im Fettgewebe. Es kann sowohl in Estradiol wie auch in Estriol umgewandelt wirden.

Hast du das Gefühl, dass deine Hormone nicht in Balance sind? In einem kurzen Gespräch (Telefon) klären wir ob eine Testung für dich sinnvoll ist oder nicht.